Junge Schriftsteller & Reporter

Die Grüne Wand Teil 10 März 7, 2010

Einsortiert unter: Geschichten — estherhein @ 1:50 pm
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10 Minuten waren vergangen, seitdem Andrea Katia eine Ohrfeige gegeben hatte. Nachdem Andrea schluchzend da stand und nichts sagte und Katia und Mille einfach nur so ansah, schüttelte Katia auf einmal den Kopf und rannte in ihr Zimmer.
Andrea stand immer noch so da. Sie hätte nie gedacht, dass sie zu so etwas in der Lage wäre. Ihre Gedanken fuhren Karussell. Katia sah immer so zerbrechlich und schwach aus. Und ausgerechnet ihr hatte sie eine Backpfeife gegeben. Und das für etwas, wofür sie doch gar nichts konnte.
Die Tränen rannten ihr übers Gesicht. Ohne Pause. Sie flossen wie ein Fluss über ihr Gesicht. Sie hatte das Gefühl, gleich zusammen zu brechen. Es war ihr alles irgendwie zu viel. Sie war so sehr in Martin verliebt und er hatte sie gleich von Beginn an so belogen.Er knutschte mit anderen Mädchen rum, obwohl da doch schon eindeutig was zwischen ihnen war. Und sie hatte ihre Freundin Katia geschlagen, die noch nicht mal was dafür konnte.
Was hatte sie da nur angestellt? Zu dem Tränen-Fluss in Andreas Gesicht kam noch ein Schluchzen hinaus. Jetzt weinte sie bitterlich. Langsam löste sich auch Mille aus ihrer Erstarrung und nahm Andrea in den Arm: „Man Andrea – was hast du da schon wieder angestellt? Sie wusste doch gar nicht, dass du mit Martin zusammen bist?!“
“Ich weiß, ich bin ja auch eher sauer auf Martin, aber ich konnte es nicht anders… ich weiß auch nicht… es kam auf einmal so eine Wut in mir auf…“ Andrea weinte immer noch. Aus dem Schluchzen wurde nun ein Lautes heulen….
Mille hielt Andrea immer noch im Arm. So standen sie da – Mille so fürsorglich, wie eh und je und Andrea ein kleines Häufchen Elend wie…eh und je.
Nach einiger Zeit löste sich Mille von Andrea und sagte: „Komm, nimm deine Jacke, wir machen jetzt einen Ausflug und danach kannst du dich bei Katia entschuldigen.“ Andrea runzelte die Stirn „Versteh mich bitte nicht falsch, ich liebe es, mit dir unterwegs zu sein aber gerade bin ich echt nicht in der Stimmung für… einen „Ausflug“ !“
Mille verdrehte die Augen und nahm Andreas Jacke vom Haken, sie drückte sie in Andreas Arme und schob sie nach draussen. Wenig später saßen sie in einem Bus Richtung Schule. Andrea wunderte sich, wo sie hinwollten und Mille fragte sie über Martin aus. Als wenn ihr das jetzt – in diesem Augenblick – helfen würde über ihren Schmerz hinweg zu kommen.
„ Ähh und wann hast du ihn das erste mal gesehen?“ fragte Mille. „Man Mille, ich will da gerade echt nicht drüber reden ! Verstehst du das denn nicht?“ Mille gab ein wehleidiges Seufzen von sich „ Ach Andrea – jetzt erzähl doch mal. Wie alt ist er, wo wohnt er, habt ihr euch schon mal bei ihm getroffen? Ich hatte doch noch nie einen so richtigen Freund, also erzähl mir doch jetzt wenigstens mal von Martin!“
Andrea seufzte und fing an ihr alles zu erzählen. Wo sie sich das erste mal sahen und wo er wohnt und wie alt er ist und wo sie sich trafen. Sie merkte dabei gar nicht, dass sie aus dem Bus ausstiegen um in einen anderen Bus zu steigen, der in die genau entgegengesetzte Richtung fuhr.
Als sie fertig mit dem Erzählen war, merkte sie, dass ihre Wangen schon wieder ganz feucht waren. Der Gedanke, das es das mit Martin jetzt schon gewesen sein sollte, machte sie fertig. Als sie ausstiegen, standen sie dann aber doch tatsächlich vor dem Haus von Martin!
Andrea brüllte los: “Oh nein, da bekommst DU mich nicht rein. Was soll denn das? Woher weißt du eigentlich, wo er wohnt.?“ Andrea stockte. Mist, das war alles nur ein fieser Trick von Mille. Von wegen sie wollte alles wissen, sie wollte doch nur rausbekommen wo Martin wohnt.
Mille grinste. „Komm, jetzt sagst du ihn mal so richtig deine Meinung! “Sie schob Andrea zum Eingang und drückte auf die Klingel. Dann rannte sie einfach weg und lies sie da alleine stehen. Andrea zitterte. Sie wusste nicht Ein und nicht Aus. Gerade wollte sie wegrennen, da ging auch schon die Tür auf. Martin. „Hey, was machst du denn schon hier? Waren wir nicht eigentlich erst für nachher verabredet?“ Er schaute auf seine Armbanduhr.
Andrea wusste nicht, was sie sagen sollte. Sollte sie ihm auch eine Backpfeife geben? Nein, das hatte sie vorhin ja auch nicht weiter gebracht. Sie konnte nicht anders. Sie fing wieder an zu heulen. „Wie konntest du nur? Du hast mich die ganze Zeit verarscht!?“ Martin runzelte die Stirn Was meinst du? Wieso verarscht? Ich habe dich nicht verarscht und ich verarsche dich auch jetzt nicht! Ich meine es Ernst.
Andrea stockte. Die Worte von Martin klangen ernst und so ehrlich. Aber sie waren nicht ernst gemeint. Katia würde ihr nicht einfach so ins Gesicht lügen- niemals – dafür kannten sie sich einfach zu lange und zu gut. „Mach es gut, Martin.“ Jetzt endlich hatte Andrea die Antwort gefunden: Die Freundschaft geht immer über den Freund!
„Mille“ – rief sie und rannte los. Und sie fuhren so schnell wie möglich zurück zur Wohnung.

esther

 

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